Das anmieten von Schließfächer

Wertsachen, Vermögensgegenstände oder Erbstücke zu Hause im heimischen Tresor aufzubewahren, ist keine gute Idee. Polizei und Versicherungswirtschaft registrierten beispielsweise 2016 insgesamt ca. 151.000 Wohnungseinbrüche, mehr als die Hälfte davon im Winterhalbjahr. Auch Brände oder Hochwasser können einzigartige Dokumente, Fotos oder Briefe im Handumdrehen vernichten. Aufgrund der letzten Finanzkrise und der Nullzinsen sowie einer um sich greifenden Unsicherheit über Inflation und Abschaffung des Bargelds kaufen immer mehr Bundesbürger Goldbarren, edlen Schmuck, Kunst oder kostbare Uhren. Spätestens dann ist das Problem zu lösen, wo diese sicher, unversehrt und unkompliziert verwahrt werden können. Um wertvolle Sachen und wichtige Dokumente vor Diebstahl und Beschädigung zu schützen, ist ein Bankschließfach der geeignete Ort. So finden Sie das passende Schließfach.

Was darf in Schließfächern gelagert werden?

Was in ein Schließfach passt, wird allein von dessen Größe bestimmt. Lediglich Waffen, Drogen, Sprengstoff oder radioaktives Material sind von der Einlagerung ausgeschlossen. In ein Schließfach gehören Dinge, die sich nicht ohne weiteres oder überhaupt nicht ersetzen lassen. Schützenswert sind beispielsweise:

  • Gold- und Silbermünzen bzw. Anlagebarren, andere Edelmetalle wie Platin oder Palladium sowie Schmuck,
  • effektive Stücke von Wertpapieren,
  • Gemälde, Uhren, Antiquitäten, Teppiche und andere wertvolle Stücke,
  • Sammlermünzen, Medaillen und Briefmarken,
  • wichtige Unterlagen wie Ausweispapiere, Geburts- und Heiratsurkunden, Fahrzeugunterlagen, Versicherungspolicen, Zertifikate, Bescheinigungen oder andere Urkunden,
  • unersetzliche Erinnerungsstücke mit persönlicher Bedeutung wie Vasen, Fotos, Bücher oder Briefe,
  • Sicherheitskopien auf Festplatten oder USB-Sticks.

Das Fassungsvermögen der Schrankfächer variiert je nach örtlichen Gegebenheiten zwischen drei Litern und mehreren hundert Litern. Die letztgenannten Schließfächer sind fast so groß wie eine halbe Garage, es ist jedoch selten, dass eine Bank oder Sparkasse über solch große Tresorräume verfügt. In das kleinste Schließfach passen lediglich ein paar Lagen Papier, im größten können sogar Möbel deponiert werden.

Wie können Interessenten ein Bankschließfach mieten?

Schließfächer sind begehrt und schnell ausgebucht. Daher halten die allermeisten Kreditinstitute nur Safes für ihre eigene Kundschaft bereit. Das heißt, Interessenten müssen ein Girokonto bei der Bank oder Sparkasse führen, bei der sie ein Schließfach anmieten möchten. Einzig bei ausgewählten Volksbanken und Sparkassen kann man ohne Girokontoverbindung im Haus ein Schrankfach mieten. Internetbanken können ihren Kunden naturgemäß keine Schließfächer zur Verfügung stellen. Bei allen Banken ist eine Terminvereinbarung notwendig, um den entsprechenden Vertrag abzuschließen und den Schlüssel bzw. die Karte oder Kennung für den Zugang zu den Wertfächern zu erhalten. Im Beratungsgespräch sollte erfragt werden, wie hoch der Gesamtwert der darin gelagerten Wertsachen sein darf, ohne dass die Wertgegenstände extra gegen Verlust versichert werden müssen. Bis zu diesem Wert sind die Gegenstände bei vielen Geldhäusern kostenlos mitversichert, die Gebühren sind im Mietpreis enthalten.

Was kosten Schließfächer?

Hinsichtlich der Kosten und Gebühren für die Schließfächer ist eine große Bandbreite vorhanden. Die Mietpreise variieren sehr stark, jedes Kreditinstitut legt diese eigenständig im Preis-Leistungs-Verzeichnis fest. Die Gebühren richten sich nach der Größe der Schließfächer, am meisten kosten Wertfächer für Nichtkunden. Üblich ist es, die Schließfächer jährlich über einen langen Zeitraum zu vermieten, in seltenen Fällen werden die Fächer nur vorübergehend genutzt. Der Jahrespreis für die kleinsten Schließfächer beginnt zwischen 20 und 90 Euro und geht bei den großvolumigen Bankdepotfächern bis in den mittleren vierstelligen Bereich. Vereinzelt bieten Banken und Sparkassen spezielle Sparbuchsafes an, die kostengünstiger vermietet werden. Zusätzliche Gebühren können unter Umständen für Kunden von Direktbanken anfallen, die wegen der Anmietung eines Schließfachs ein zweites Konto bei einer Geschäftsbank mit Schließfachkapazitäten führen müssen.

Wie und wann gelangen Nutzer an ihr Schließfach?

Meist ist der Zugang zu den Schließfächern nur während der Öffnungszeiten des Geldinstituts möglich. Wenn Kunden separate Räumlichkeiten mit speziellen Schlüsseln oder eine moderne Schließanlage mit Chipkarte und/oder Zugangscode zur Verfügung stehen, ist der Eintritt rund um die Uhr realisierbar. In Bankgebäuden, in denen sich die Schrankfächer direkt im Filialbereich befinden, öffnet ein Mitarbeiter dem rechtmäßigen Inhaber des Mietfachs nach Legitimation mit Personalausweis oder Reisepass den Zugang zu der Anlage. Danach kann der Kunde allein sein Schließfach öffnen, den Inhalt des Fachs kennt nur der Schließfachinhaber. Bei Verlust des Schlüssels oder Zugangs-Codes kommen erhebliche Kosten auf den Schließfachmieter zu, da die Schlösser oder Öffnungsvorrichtungen ausgetauscht werden müssen.

Wer haftet für den Inhalt eines Schließfachs?

Auch Schrankfächer können keine hundertprozentige Sicherheit bieten, für Kriminelle sind Schließfächer anziehende Objekte. Kreditinstitute haften nur bis zu einem von ihnen festgelegten Höchstwert, der nicht einheitlich ist, für die aufbewahrten Wertsachen und teuren Stücke. Die Entschädigungshöhe umfasst oft nur 10.000 bis 20.000 Euro. Banken haften bei einem Einbruch nur bis zu dieser Summe aus dem Vertrag, dessen Versicherungsschutz im Mietpreis einkalkuliert ist. Es gibt jedoch Fälle, in denen Raub durch Einbruch nicht vertraglich abgesichert ist. Daher sind die Schließfachverträge vorab eingehend zu studieren und es ist zu entscheiden, ob man eine umfassendere Versicherung braucht.

Muss man seinen Besitz im Schließfach versichern?

Befinden sich Wertgegenstände im Depotfach, die teurer sind als die vom Bankhaus übernommene Entschädigungssumme, sollte eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Dies ist direkt beim Schließfachanbieter gegen einen Aufpreis möglich, auch eine separate Schließfachversicherung kommt infrage. Die Kosten für solche Versicherungen betragen ungefähr ein Prozent der Versicherungssumme. Soll keine gesonderte Versicherung abgeschlossen werden, ist zu prüfen, ob die Hausratpolice den Schutz des Inhaltes von Bankschließfächern gegen Diebstahl, Feuer, Leitungswasser oder Explosionen einschließt. Auch Elementarschäden wie Überschwemmungen, Rückstau oder Erdrutsche sollten versichert sein. Die Entschädigungshöhe ist jedoch auf wenige Zehntausend Euro begrenzt und die Hausratversicherung leistet nur, wenn weder das Geldinstitut noch eine Extra-Versicherung für den Schaden haften. Der Geschädigte muss zudem beweisen, was sich im Wertfach befand. Wer nur persönlich wertvolle Sachen und Dokumente einlagert, braucht keine Zusatzversicherung, da deren individueller Wert sowieso nicht ermessen und ersetzt werden kann.

Tipps für die richtige Deponierung im Schließfach:

  • Bei einigen Finanzinstituten kann es aus Haftungsgründen nicht erlaubt sein, Bargeld zu deponieren. Bargeld im Safe bringt keine Rendite und wird durch Inflation schrittweise entwertet. Zudem ist es schwierig, die Herkunft von Bargeld zweifelsfrei zu belegen. Es empfiehlt sich, vorher mit dem Anbieter abzuklären, was im Safe aufbewahrt werden darf und versicherbar ist.
  • Vorsichtshalber sollte jeder Inhaber die eingelagerten Gegenstände und Dokumente mittels Inventarliste durch Kaufbelege, Fotos oder Gutachten dokumentieren, um bei Verlust den Inhalt des Schließfachs beweisen zu können. Bei der Ersteinlagerung der Wertsachen sollte möglichst ein Zeuge mitgenommen werden, der im Schadensfall die Existenz der Dokumente und Luxusgüter bestätigt. Eine Kopie der Liste, welche Schätze sich im Schließfach befinden, kann zur Sicherheit bei einem Notar hinterlegt werden.
  • Interessenten sollten zudem beachten, dass ein Testament nicht ins Schrankfach gehört, da sonst die Erben ggf. nicht nachweisen können, dass sie den Inhalt des Schließfachs geerbt haben. Um ganz sicher zu gehen, ist dem Schließfachinhaber zu empfehlen, für Erben eine Vollmacht über den Tod hinaus für das Tresorfach auszustellen.

Fazit

Mieten Sie ein Schließfach, erhöht sich die Sicherheit für Ihre Wertsachen signifikant. Erster Ansprechpartner für das Mieten eines Bankdepotfachs ist die Hausbank. Die Wertgegenstände, Urkunden oder Dokumente, die Sie im Safe einlagern, sollten Sie nicht oft benötigen. Über den Inhalt des Schließfachs entscheiden Sie selbst sowie das mögliche Volumen des Schrankfachs. Mieter von Schließfächern haben alleinigen Zugriff auf das Tresorfach und sind für dessen Inneres eigenverantwortlich. Eine zur Absicherung gegen Bankraub und Elementarschäden abgeschlossene Versicherung zahlt nur, wenn Sie belegen können, was im Schließfach verwahrt wurde. Außerdem muss die Versicherungssumme ausreichend sein und darf das Kreditinstitut nicht aufgrund einer im Mietpreis enthaltenen Versicherung für Beeinträchtigungen geradestehen. Sie sollten daher anhand von Kaufquittungen oder Fotos eine Inhaltsliste erstellen und vertrauten Personen Informationen zu den wertvollen Sachen geben. Ein Schließfach lohnt sich, so gehen Sie nicht leer aus oder verlieren wertvolle Erinnerungsstücke, falls bei Ihnen zu Hause tatsächlich einmal eingebrochen wird.